MOD 70 Oman Air-Musandam gewinnt vor dem 80 Fuss langen Tri Prince de Bretagne Der MOD70-Trimaran „Oman Air-Musandam“ hat am Mittwochnachmittag (12. Juni) die erste Etappe der Europaregatta Route des Princes gewonnen. Nach einer überzeugenden Leistung seit dem Start im spanischen Valencia lief das internationale Team als Sieger in den Hafen von Lissabon/Portugal ein. Und hat dabei sogar gesegelt und berechnet den Riesentri Prince de Bretagne geschlagen!
Obwohl die Mannschaft um Skipper Sidney Gavignet fast die gesamte Zeit in Führung gelegen hatte, war es am Ende ein spannender, dramatischer Zieleinlauf, denn der scheinbar komfortable Vorsprung von mehr als 20 Seemeilen vor den Verfolgern war auf null geschrumpft und hatte sich kurze Zeit sogar in einen Rückstand gewandelt. Doch Konzentration bis zum Schluss und eine frische Brise nach nervenaufreibender Flaute sicherte der „Oman Air-Musandam“ auf der Ziellinie ein Polster von einer dreiviertel Stunde gegenüber der zweitplatzierten „Spindrift“. Insgesamt brauchten die Sieger meist hoch am Wind vom Mittelmeer durch die Straße von Gibraltar auf den Atlantik zwei Tage, 23 Stunden, 41 Minuten und 38 Sekunden.
„Die letzte Nacht waren wir nervös, aber ich glaube nicht, dass ‚Spindrift‘ überhaupt einmal in einer Position war, uns wirklich gefährden zu können. Am Ende lief es wie gewünscht, und da sind wir nun als Erste. Wir sind sehr glücklich“, sagte der britische Steuermann Neal McDonald. Es seien die taktischen Entscheidungen des Skippers beim Sprint nach Norden von Valencia nach Benicarlo nach dem Start gewesen, die den Triumpf einleiteten, fügte McDonald hinzu, aber auch die Crewarbeit sei professionell und konstant gut gewesen.
„Sidney wählte einen Kurs draußen auf See und wollte die Ecke nicht schneiden. Obwohl die Vorteile anfangs minimal aussahen, zahlte sich genau das später richtig aus“, so der Steuermann. Und weiter: „Das Team hat toll funktioniert. Wir hatten uns lange vorbereitet. Das war zwar in den Kurzrennen in Valencia noch nicht zu sehen, wurde aber auf der Etappe ganz wichtig. Wir bekamen früh eine Chance auszubrechen, wollten Vollgas geben und in Führung gehen. Genau das hat geklappt.“
Ein weiterer bedeutender Faktor für Gavignet war die Wetterschulung vor dem Rennen durch den Franzosen Yves Bernot, den er als Meteorologen für die Regatta gewinnen konnte. „Ich hatte nur einen Tag mit Jean Yves zusammen über das Wetter bevor es auf die Überführung nach Valencia ging, und um ganz ehrlich zu sein, das hat mir einige Dinge viel klarer gemacht“, so der Skipper. „Ich würde ihm die Etappe widmen. Es war nur ein einziger Tag, aber davor würde ich meinen, war das Wetterrouting eine unserer Schwächen, weil wir keinen ausgesuchten Navigator in der Mannschaft haben. Aber nach dem Tag fühlte ich mich viel sicherer. Ich fühlte mich geradezu stark, also bin ich auch stolz auf die taktischen Entscheidungen.“
Ein erfreuter Damian Foxall, der voriges Jahr beim Volvo Ocean Race an Bord der „Groupama“ Erster in Lissabon war, berichtete von hochdramatischen Stunden bis ins Ziel: „Vorige Nacht folgten wir einer einschlafenden Brise die portugiesische Küste hoch. Und es war sonnenklar, dass wir ein Schritt nach draußen vor der Küste machen mussten, um die frische Brise als Erste zu bekommen. Das war trickreich, denn zu einem Zeitpunkt sah es zunächst so aus, als würde es dichter unter Land besser gehen“, erklärte der Ire. „Wir mussten schon ziemlich davon überzeugt sein, was wir taten. Es wäre so einfach gewesen, einfach zurück zu wenden und zu versuchen, unsere Gegner zu decken. Aber wir blieben bei unserem Plan. Wir waren so heiß auf diesen Sieg, und alles lief nach Plan!“
Nach fast drei Tagen nonstop intensiven Regattasegelns war die Crew der „Oman Air-Musandam“ zur Ankunft in Lissabon völlig erschöpft erwartet worden. Aber Fahad Al Hasni aus dem Oman, einer der talentiertesten Segler aus dem Sultanat, wischte in seiner zweiten MOD70-Saison alle Anzeichen von Müdigkeit beiseite. „Es war großartig. Wir als gesamtes Team haben einen großartigen Job gemacht.“
„Dieser Sieg macht unser Abschneiden bei den Kurzrennen in Valencia mehr als wett“, sagte Al Hasni. „Wir hatten oft zu sechst trainiert. Und wenn wir sechs Mann sind, laufen die Manöver sehr smart ab. Durch die vielen Wenden war es ein echter Test des Bootshandlings, den wir mit Bravour bestanden haben. Ich habe es wirklich genossen – nicht zu viel Wind und nicht zu kalt. Nun freuen wir uns auf die Kurzrennen in Lissabon und wollen es da besser machen als zuletzt.“
Die ersten Kurzrennen starten am Freitag, dem 14. Juni, um 14 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit). Donnerstag ist ein Ruhetag für die Crews.
Oman Sail ist eine nationale Initiative, die 2008 mit dem Ziel gegründet wurde, die Entwicklung der Bevölkerung des Omans durch die Kraft des Sports zu fördern. Das Chancengleichheits-Projekt umfasst Segelprogramme für Tausende von jungen Männern und Frauen aus dem Oman und inspiriert so eine neue Generation, das Segeln zu entdecken. Zum Projekt gehören eine Segel-Nationalmannschaft sowie leistungsstarke Inshore- und Offshore-Rennteams, die alle von internationalem Top-Coaching profitieren und das ultimative Ziel haben, eine Olympia-Medaille für den Oman zu gewinnen. Das Programm beinhaltet zudem die Verpflichtung, bis 2020 an acht Segelschulen, von denen drei bereits in Betrieb sind, 70.000 Kindern aus dem Oman Segelunterricht zu erteilen. Das Ziel ist es, durch Regattateilnahmen in der Heimat und im Ausland das maritime Erbe des Oman wieder aufleben zu lassen und gleichzeitig das Land regional und international als erstklassige Tourismus-Ziel und ideale Destination für ausländische Investitionen bekannter zu machen. Oman Sail will einer Generation von Omanis Selbstvertrauen geben und wertvolle, übertragbare Fähigkeiten und Kompetenzen fürs Leben vermitteln.
Top