Volvo Ocean Race 2002 Illbruck, Foto: Heinrich Hecht
Es gab mal eine Zeit mit Steaks, Hamburgern und gebratenen Hähnchen. Dazu kühles Bier und guten Wein. Jeden Tag. Doch das Leben während des Volvo Oean Race hat sich sehr geändert. An Bord der Sayula II, des Gewinners 1973, wurde unterwegs frisch gebackenes Brot serviert – fast jeden Morgen. Die Crew an Bord der Grand Louis genaß französische Spezialitäten. Ja, damals kochten die Segler täglich ordentliche Malzeiten.
Die Zeiten haben sich geändert, Offshore Racing und die Boote auch. Und die Segler? Haben die heute keinen Hunger mehr?
Guy Salter, Media Crew an Bord der Ericsson 4 2008/2009: "Kochen kann man das kaum mehr nennen. Unser Essen ist gefriergetrocknet - so muss man nur noch Wasser kochen und aufs Essen gießen. Aber nach einer Zeit lernte ich, wie viel Wasser jedes Gericht gebraucht hat, und ob es mehr Zeit zum Rehydrieren braucht. Ich habe oft es beigemischt, um dem Essen das gewisse Extra zu geben.
Gabriele Olivo Kochstil wurde von Ihren Kollegen mit großer Freude begrüßt. Sie war, ebenfalls Media Crew, aber an Bord der Telefonica Blue, und hatte einige spezielle Zutaten für die täglichen Gerichte: "Der wirkliche Regattagewinner war Parmigiano Reggiano, der 30-36 Monate alte Parmesankäse, der in kleine Würfel geschnitten jedes Wetter und Klima überlebt hat. Jeder einzelne Würfel war eine Geschmacksexplosion im Mund, man konnte die Augen schließen und vom Leben an Land träumen. Zur Ehrenrettung meiner spanischen Mitsegler muss ich aber den Gaststar Jamon Iberico erwähnen."
Essen ist nicht nur der Treibstoff für solche extrem Engerieverbrauchenden Tätigkeiten wie Offschore-Segeln, es ist auch ein nicht endender Gesprächsstoff. In den teilweise sehr monotonen Tagesabläufen werden die Mahlzeiten außerordentlich wichtig. Es sind die Höhepunkte der Tage, und entsprechend wird viel über Essen geredet - mit viel Emotion, je nachdem ob es gut oder schlecht war.
Volvo Ocean Segler sind große Männer mit riesigem Appetit und Hunger ist ein bekannter Zustand. Ian Walker, Skipper der Green Dragon: " Ich war fast immer hungrig, aber besonders auf dem langen Abschnitt, als wir nicht genug Essen für das kalte Wetter hatten, und es uns vier Tage vor dem Ziel ausging. Das ist eine guter Methode, um richtig Mißstimmung zu produzieren".
Salter: "Jeder wird sehr emotional, wenn er nicht genug zu essen hat. Man kann nur noch über Mahlzeiten nachdenken, am Ende frist der Gedanke an Essen jede andere Gehirntätigkeit.
Zweifellos erinnert sich jeder Teilnehmer an das Surfen in großen Wellen, an Siege oder Begrüßungen mit tausenden Menschen. Walter: "Ich werde aber nie die Steak-Sandwiches vergessen, die wir in Rio bekommen haben."
Die ungekürzte Fassung gibt´s in Englisch auf der Volvo-Ocean-Race-Seite >>
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